Britische Armee unterstützt unterbesetzte Londoner Krankenhäuser

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Wegen Personalmangels durch die Verbreitung der Omicron-Variante setzt die britische Regierung das Militär ein, um die Londoner Krankenhäuser zu unterstützen. Verteidigungsminister Ben Wallace kündigte am Freitag den Einsatz von rund 200 Militärangehörigen zur Unterstützung des Krankenhauspersonals in der Hauptstadt an. Die Soldaten arbeiteten erneut „Hand in Hand mit dem medizinischen Personal, um das Land vor Covid-19 zu schützen“.

Der Minister betonte, dass wegen der Pandemie bereits rund 1.800 Armeeangehörige Krankenwagen gefahren, Corona-Impfungen durchgeführt und Krankenhauspatienten versorgt hätten. Sie könnten „auf ihren Beitrag zu dieser wahrhaft nationalen Anstrengung stolz sein“, sagte Wallace. Nach Angaben seines Ministeriums sollen nun 40 Sanitäter und Ärzte sowie 160 weitere Armeeangehörige in Londoner Krankenhäuser eingesetzt werden.

Großbritannien verzeichnete am Dienstag mit 218.724 neuen Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Höchststand. Auch wenn die Zahl der Todesfälle und beatmungsbedürftigen Covid-19-Patienten stabil geblieben ist, sorgt die Omikron-Welle für eine Überlastung britischer Kliniken. Denn viele Krankenhausmitarbeiter fehlen, weil sie sich wegen einer Corona-Infektion isolieren müssen.

Der Leiter des nationalen Gesundheitsdienstes des NHS, Matthew Taylor, sagte, es seien mehrere Tausend NHS-Mitarbeiter abwesend. Unterstützung durch 200 Soldaten werde helfen, doch die Lage bleibe angesichts des deutlich höheren Personalmangels „sehr schwierig“.

Der britische Premierminister Boris Johnson sagte am Dienstag, der NHS befinde sich wieder in einem „Kriegszustand“. Viele Krankenhäuser meldeten wegen des Personalmangels „lebensbedrohliche Vorfälle“.

Veröffentlicht: 01.07.2022 – Quelle: Agence-France-Presse