Das Gesundheitsamt in Pforzheim ist nur schwer mitzuhalten

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Reduzierte Kontaktverfolgung

Die Omicron-Variante des Coronavirus lässt die Fallzahlen auch in Pforzheim und im Enzkreis erneut in die Höhe schnellen – und versetzt dem Gesundheitsamt in der Pandemie den nächsten Schlag. Sechs Schulklassen befinden sich derzeit in Quarantäne.

Während der Pandemie immer im Rampenlicht: Dem Gesundheitsamt fällt es schwer, Schritt zu halten. Kontaktpersonen werden nur dann kontaktiert, wenn auch gefährdete Gruppen betroffen sind.

Foto: René Ronge

Die 7-Tage-Inzidenz in Pforzheim und im Enzkreis liegt mittlerweile wieder deutlich über 500.

In der Folge gelten nun wieder Ausgangssperren zwischen 21 Uhr und 5 Uhr für Nicht-Geimpfte.

Allein am Donnerstag verzeichnete das Landesgesundheitsamt 220 neue Fälle im Enzkreis und 230 in Pforzheim. Die hochansteckende Virusvariante breitet sich zusehends aus und verdrängt die noch vor wenigen Wochen verbreitete Delta-Variante.

Omicron-Aktie schießt in die Höhe

Der Anteil der omicron-Fälle im Gesundheitskreis, also in Pforzheim und im Enzkreis, liegt mittlerweile bei deutlich über 75 Prozent. Das erklärt die Pressestelle im Landratsamt auf Anfrage dieser Redaktion. Vor anderthalb Wochen lag der Wert noch bei rund 50 Prozent.

Als Omikron kurz vor Weihnachten als neue besorgniserregende Variante in der Region eintraf, stellte das Gesundheitsamt wieder auf striktes Kontaktmanagement um. Die Kontaktverfolgung wurde bei der Delta-Variante ausgesetzt.

Das Contact Tracing wird nur durchgeführt, wenn auch gefährdete Gruppen betroffen sind.

Jürgen Hörstmann, Sprecher des Landratsamtes Enzkreis

Genau einen Monat später heißt es nun: „Eine Kontaktverfolgung wird nur durchgeführt, wenn auch gefährdete Gruppen betroffen sind.“ Das teilt Sprecher Jürgen Hörstmann vom Landratsamt mit. Für die Mitarbeiter im Gesundheitsamt ist es daher schwierig, mit der Bearbeitung der neuen Fälle Schritt zu halten – allein schon aufgrund der schieren Zahl der Neuinfektionen.

Geografisch gibt es derzeit keine Schwerpunkte. Die Fälle verteilen sich auf Stadt und Landkreis. Allerdings gibt es Auffälligkeiten mit dem Alter der Betroffenen.

Es sind jüngere Menschen, oft unter 30. Dieser Trend hält seit Herbst an. „Bisher hat sich im Januar nichts geändert“, schreibt Pressesprecher Jürgen Hörstmann. An den Schulen gibt es daher auch zwei Wochen nach Ende der Ferien kein größeres Problem.

Sechs Klassen in Quarantäne

Viele Kinder werden positiv getestet, wie Hörstman sagt. „Das liegt aber vor allem daran, dass dort regelmäßig Tests durchgeführt werden. Glücklicherweise gab es bisher keine größeren Ausbrüche.“ Sechs Schulklassen befanden sich am Freitag in Quarantäne.

Die stark steigenden Inzidenzwerte schlagen sich zunächst nicht in den Kliniken nieder. In Mühlacker lag am Freitag ein Covid-Intensivpatient. In den beiden intensivmedizinisch betreuten Pforzheimer Kliniken Siloah und Helios gab es laut Divi-Intensivregister insgesamt sieben Fälle, von denen vier invasiv beatmet wurden.

Pforzheim schneidet mit dem Booster vergleichsweise gut ab

Steiler Anstieg der Inzidenzen, stagnierende Zahlen in den Kliniken: Bleibt das in den nächsten Tagen und Wochen so? Das hängt stark davon ab, wie viele, vor allem ältere, ungeimpfte Menschen sich anstecken. Bei einer erhöhten Inzidenz, also mehr Menschen in der Umgebung, die das Virus verbreiten, haben sie ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

Ein weiterer entscheidender Faktor, wie Hörstmann betont: Die Entwicklung hänge auch davon ab, wie viele Menschen sich für eine Impfung oder die Auffrischungsimpfung entscheiden.

Beim Anteil der Bevölkerung mit zwei Impfungen bleibt Pforzheim nach aktuellem Stand mit unter 63 Prozent das Schlusslicht. Deutlich besser sieht es mit der Auffrischung aus: 45,2 Prozent der Pforzheimer haben die Auffrischung bereits bekommen. Das sind zwei Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.