Fettleber trotz gesunder Ernährung: Neue Studie mit erstaunlichen Erkenntnissen

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Auch eine Fettleber kann langfristig zu Leberkrebs führen. (Archivbild)

© Arne Dedert/dpa

Auch bei Menschen mit gesunder Ernährung kann eine Fettleber diagnostiziert werden. Forscher untersuchen nun, was dahintersteckt.

Kassel – Jeder vierte Mensch über 40 in Deutschland ist von einer nicht-alkoholischen Fettleber betroffen. Laut der Deutschen Leberstiftung hat etwa ein Drittel der Erwachsenen eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber. Auch bei Kindern wird die Fettleber immer mehr zum Problem.

Forscher des Max-Planck-Instituts haben jetzt ein neues Anzeichen gefunden, das auf die Entstehung einer Fettleber hinweist. Besonders brisant: Sie tritt auch bei Menschen auf, die sich extrem gesund ernähren.

Fettleber: Symptome und Anzeichen – worauf Sie achten sollten

Aber was genau ist eine Fettleber? Laut MSD Manual handelt es sich um „eine auffällige Ansammlung bestimmter Fette (Triglyceride) in den Leberzellen“. Sie wird grob in nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) und alkoholische Fettleber (AFL) eingeteilt, da starker Alkoholkonsum zu diesem Krankheitsbild führen kann, das sich jedoch bei Abstinenz vergleichsweise schnell zurückbildet. Das Problem bei einer Fettleber ist, dass sie oft beschwerdefrei bleibt oder die Symptome nur schwach und unspezifisch sind. Mögliche Zeichen sind:

  • Ermüdung
  • Leichte Bauchschmerzen
  • Eine vergrößerte Leber kann von einem Arzt diagnostiziert werden

Fettleber: Schwerwiegende Folgen, wenn die Leber verfettet

Wie auf dem medizinischen Informationsportal MSD Manual betont, muss hinsichtlich der Prognose einer Fettleber unterschieden werden. Bei einer alkoholbedingten Erkrankung bildet sich diese etwa sechs Wochen nach Beginn der Abstinenz zurück. Langzeitschäden sind bei Langzeitkonsum dennoch möglich. Noch gravierender ist es, wenn die Ursachen der Fettleber nicht geklärt werden können.

Auch eine Fettleber kann langfristig zu Leberkrebs führen. (Archivfoto)

© Arne Dedert/dpa

Denn dann wird die Leber über einen längeren Zeitraum ernsthaft geschädigt. Langfristiger Konsum von Alkohol oder bestimmten Drogen führt in der Regel zu Entzündungen, die dann zu Fibrose und Zirrhose führen. Ist die Leber entzündet und über längere Zeit geschädigt, können sich Narben bilden (Fibrose). Wenn die Narbenbildung bis zu dem Punkt fortschreitet, an dem sich die Struktur der Leber verändert, spricht man von Zirrhose, definiert das MSD-Handbuch. Allein in den Vereinigten Staaten sterben jedes Jahr mehr als 30.000 Menschen an den Komplikationen einer Zirrhose. Auch eine Fettleber kann langfristig zu Leberkrebs führen.

Risikofaktoren für eine Fettleber: Wer ist betroffen?

Die Ursachen einer Fettleber sind vielfältig. Neben Alkohol und bestimmten Medikamenten wie Kortikosteroiden kann auch Übergewicht eine Ursache sein. Laut MSD Manual spielen auch Toxine und Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz eine Rolle. Auch eine Schwangerschaft kann die Ursache sein. Die Kombination aus überhöhtem Körpergewicht und Insulinresistenz kann zu einer erhöhten Fettansammlung in den Leberzellen führen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben nun einen weiteren Faktor identifiziert.

Denn: Auch schlanke, normalgewichtige Menschen, die sich gesund ernähren, können von einer Fettleber betroffen sein. Die Forscher vermuteten, dass zwei spezielle Gene eine Rolle spielen könnten. In deinem lernen, veröffentlicht in der Zeitschrift Nature, arbeiteten sie mit Mäusen, Patientendaten, menschlichem Gewebe und Organoidkulturen der Leber. Letztere sind spezielle Leberzellen (Hepatozyten), die in dreidimensionalen Mikrostrukturen vorhanden waren. Damit untersuchten sie die Gene und wie sie sich verändern. Mit klarem Ergebnis.

Fettleber trotz gesunder Ernährung: Neue Studie gibt Aufschluss

Ein Verlust oder eine Mutation dieser beiden Gene bei gut ernährten Mäusen führte zu einer Fettansammlung in der Leber und verstärkten Entzündungen. Die Veränderung der Gene erhöhte das Risiko für Hepatitis und Fettleber beim Menschen. Außerdem war das Risiko für Leberkrebs signifikant erhöht.

Meritxell Huch, eine der Studienautorinnen, erklärt in einer Mitteilung des Instituts: „Angesichts des alarmierend steigenden Fett- und Zuckerkonsums weltweit könnte es für therapeutische Maßnahmen und die Bewältigung der Krankheit wichtig sein, diejenigen Menschen zu identifizieren, die aufgrund ihrer genetischen Mutationen bereits dafür prädisponiert sind.“ Allerdings sind weitere Studien notwendig, um Medikamente und Therapieoptionen zu entwickeln, die diesen Menschen helfen können.

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keinen Arztbesuch. Nur Experten können die richtige Diagnose stellen und eine angemessene Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt besprochen werden.