Im Ausland erfolgreich, in der Region zu Hause – Lahr

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Im Ausland erfolgreich, in der Region zu Hause – Lahr

Am 3. März widmet sich der Lahrer Kulturstammtisch Menschen, für die ihre Heimat noch immer eine besondere Bedeutung hat.

(BZ). Der elfte Kulturtreff am Donnerstag, 3. März, um 18 Uhr widmet sich dem Thema Menschen aus der Region, die in Deutschland und weltweit erfolgreich sind, aber den Bezug zu ihrer Heimat nicht verloren haben. Zu Gast sind der Tunnelbohrmaschinenunternehmer Martin Herrenknecht, Stadtarchivar Thorsten Mietzner, Dramaturgin Sabrina Zwach, Cellist Bernhard Lörcher und Professor Andr Rösler.

Martin Herrenknecht ist kein Lahrer, sondern ein gebürtiger Allmannsweierer, der noch dort lebt. Die Verbindung zwischen dem Gründer des Tunnelbauunternehmens und Lahr ist jedoch sehr eng. „Gerade wenn man weltweit der Erste auf seinem Gebiet sein will, braucht man Ruhe, Geborgenheit und Heimat. Wir leben in einer unglaublich tollen Region“, sagt Herrenknecht, der am 24. Juni 80 Jahre alt wird. Sieht er sich als Bürger der Welt? „Nein, ich bin um die Welt gereist, aber ich bin immer verwurzelt geblieben.“

Sabrina Zwach arbeitet an großen Theatern

Die Dramaturgin Sabrina Zwach verließ die Kleinstadt, um in der Großstadt Karriere zu machen. Geboren in Heidelberg, aufgewachsen in Lahr und besuchte das Scheffel-Gymnasium, studierte in Hildesheim, lebte dann in Weimar und jetzt in Berlin. Als Dramaturgin unterstützte sie den Komiker Kurt Krmer und sammelte Verdienste an namhaften Theatern, zuletzt am Burgtheater Wien und im Berliner Ensemble. Mit dem Schwarzwald verbinde sie aber noch immer ein „totales Heimatgefühl“: Wenn sie nach Hause komme, bebe ihr „das Herz“.

Andr Rsler ist Illustrator, Designer, Maler und Animationsregisseur. Er hat mehrere Kinder- und Designbücher veröffentlicht. Seit 2010 ist er Professor für Illustration am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Rösler gestaltete für das Kulturamt in Lahr einprägsame Plakate, die viel positives Lob erhielten. Er sagt: „Ich war nie ganz weg, weil ich früher regelmäßig meine Eltern besucht habe.“ Lahr ist zwar klein, verändert sich aber sehr positiv.

Bernhard Lörcher bereiste als Solocellist der Stuttgarter Philharmoniker alle Kontinente und ist Dozent im Landesjugendorchester. In Freiburg geboren, aber in Lahr aufgewachsen, fühlt sich Lörcher tief verbunden: „Meine Mentalität passt perfekt zur Stadt Lahr – ich liebe sie einfach.“ Das Orchester der Musikschule Lahr bezeichnet er als „Kleinstadtwunder“, das ihn gut auf seine musikalische Laufbahn vorbereitet habe. Seine „tiefe, innige Verbundenheit“ mit der Stadt Lahr unterstrich Lörcher kürzlich mit der Wahl des Kennzeichens für seinen Zweitwagen: Es ist ein LR-Kennzeichen.

Den umgekehrten Weg ging Lahrs Stadtarchivar Thorsten Mietzner. Aus Höxter in Westfalen stammend, hat er nach seinem Studium 1997 in Freiburg Wurzeln in der Stadt geschlagen. „Man kann es schlimmer erwischen als in Baden“, sagt er. Mietzner unterhält eine Emigranten-Datenbank von Lehrern und hat sich viel mit dem Begriff Heimat auseinandergesetzt. „Nach der Kindheit ein Zuhause zu finden, ist schwierig“, sagt er. „Aber was man überall findet, ist ein soziales Zuhause, Familie und Freundschaften.“

Der Kulturstammtisch pausiert ab August

Die Kulturdezernentin Cornelia Lanz moderiert den Kulturstammtisch ein letztes Mal vor ihrer Elternzeit. Die Gesprächsrunde wird dann bis Juli von Gabriele Bohnert, der Leiterin des Stadtmuseums, Guido Schneboom, dem Bürgermeister, und Senja Töpfer, Leiterin des Sozialamts, fortgesetzt. Ab August 2022 wird der Livestream auf unbestimmte Zeit pausiert.

Der Kulturstammtisch wird wieder als Live-Stream auf dem kommunalen YouTube-Kanal übertragen. Online-Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. Auch Live-Gäste sind im Stadtmuseum Tonofenfabrik herzlich willkommen.