Nach tödlicher Vergiftung in Weiden: Was wir wissen – und was nicht – Region

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– Acht Personen gehen in ein Restaurant, öffnen eine Sektflasche – und müssen sofort ins Krankenhaus, einer stirbt. Was wir bisher über die tödliche Vergiftung von Weiden wissen.


1. Was ist passiert?

Es war eine ausgelassene Truppe, die sich am Samstagabend in einem italienischen Restaurant in der Weidner Innenstadt traf. Die acht Stammgäste zwischen 33 und 52 Jahren wollten sich gemeinsam eine Dating-Show eines Privatsenders ansehen, an der ein Mitglied dieser Clique teilgenommen hatte.

Die Aufzeichnung dieser Sendung wurde ab 23.45 Uhr ausgestrahlt, kurz nach Mitternacht bestellte der Freundeskreis Sekt. Laut einem der Besitzer war die Drei-Liter-Flasche Moet & Chandon, die der Manager des Hauses an den Tisch brachte, „in der Originalverpackung und wurde vor den Gästen am Tisch geöffnet“.



Zeugenaussagen zufolge hatte der Schaumwein einen eigentümlichen violetten Farbton, und nach dem ersten Schluck beschwerten sich Mitglieder des Freundeskreises über den Geschmack. „Wahrscheinlich war er auffällig, um nicht zu sagen schrecklich“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer.

Bald darauf hätten alle Anzeichen einer Vergiftung gezeigt. Als die Polizei eintraf, lagen bereits mehrere Personen am Boden.

2. Wie geht es den Vergifteten?

Die fünf Männer und drei Frauen wurden teilweise mit schweren Verletzungen in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Ein 52-Jähriger aus dem nahegelegenen Kreis Schwandorf ist in der Nacht zum Sonntag gestorben.

Zwei Personen wurden inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, während die anderen noch behandelt werden.

3. Was haben die Ermittler bisher herausgefunden?

„Es gab keine Hinweise auf Gewalt von außen“, teilte die Polizei am Montagnachmittag in Bezug auf die Leiche mit. Als Ursache gehen die Ermittler von einer Drogenvergiftung aus. Das Ergebnis der toxikologisch-chemischen Untersuchung steht noch aus.


In der Sektflasche wurde die Droge Ecstasy gefunden – „in erheblicher Konzentration“, wie Oberstaatsanwalt Schäfer am Montag sagte. Er verwies auf die Ergebnisse einer ersten toxikologischen Analyse des Flascheninhalts. Das in der Flasche enthaltene Ecstasy war hochkonzentriert. Schon eine kleine Menge reichte aus, um körperliche Reaktionen hervorzurufen.

Die Ermittler schließen einen gezielten Angriff aus. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Ermittler derzeit nicht davon aus, dass einer der Gäste die Droge in die Flasche geschüttet hat. Ein Teilnehmer aus der Gruppe filmte auch das Öffnen der Flasche.

4. Wo tappen Sie noch im Dunkeln?

Wie das Medikament in die Flasche gelangte, ist unklar.

5. Wie laufen die Ermittlungen?

Eine Sonderkommission „Markt“ der Kriminalpolizeiinspektion Weiden hat die Ermittlungen übernommen, die laut Polizei „noch auf Hochtouren“ laufen.

Am Tatort Restaurant stellten die Beamten mehrere Beweismittel sicher, „die zeitnah auch chemisch untersucht werden“. Unterstützung kommt vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Erlangen. Auch das Landeskriminalamt wurde kontaktiert.


Darüber hinaus wird ein Fokus auf die Herkunft der Champagnerflasche gelegt. „Der Vertriebsweg wird genau geprüft“, sagte Schäfer. Es wird geprüft, ob oder wo oder von wem die Flasche manipuliert wurde. Es wäre durchaus möglich, eine Flasche zu öffnen, die Medikamente einzufüllen und die Flasche unbemerkt wieder zu verschließen. Der Hersteller wurde laut Schäfer noch nicht kontaktiert.

Die Polizei bittet alle, die in der Nacht zum Sonntag etwas beobachtet haben oder andere Hinweise geben können, sich unter 0961 401 22 22 zu melden.

6. Was bedeutet die Vergiftung für das Restaurant Weiden?

Laut einem Polizeisprecher bleibt das Restaurant vorerst geschlossen.

7. Was sagt der Bürgermeister von Weiden?

Bürgermeister Jens Meyer (SPD) sprach am Montag von einem „tieftraurigen Tag“. Der Eindruck von der Polizeiarbeit vor Ort habe ihn tief bewegt. „Ich bin betroffen und fassungslos.“ Er drückte der Familie des Verstorbenen sein Beileid aus und wünschte den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung. „Bitte lassen Sie mich wissen, ob ich irgendetwas für Sie tun kann“, schrieb er an die Opfer.

8. Muss sich die Bevölkerung Sorgen machen?

Laut Oberbürgermeister Meyer haben Feuerwehr und Kriminalpolizei bestätigt, dass derzeit „keine weitere Gefahr“ für die Bürgerinnen und Bürger von Weiden bestehe.


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